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15.08.2011

„LEG-Dorf“ in Indien: 55 Einfach-Häuser sind inzwischen gebaut

LEG NRW spendet 51.000 Euro für den Bau von 120 Häusern in Indien
Im Jahr 2010 begann das Wohnungsunternehmen LEG NRW GmbH, ein dreijähriges Entwicklungsprojekt der DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. mit einer Spende für jedes Jahr der Laufzeit zu unterstützen. Nun sind 55 der geplanten 120 Häuser gebaut, und die Verantwortlichen ziehen eine erste Zwischenbilanz.

Die LEG fördert ein Hausbauprogramm für 120 Familien in den südindischen Gemeinden Marakkanam und Kottakuppam. Die meisten Bewohner dieser Gegend – auch die 55 Familien, die sich inzwischen im „LEG-Dorf“ ein neues Zuhause geschaffen haben – sind Dalits, die so genannten „Unberührbaren“ des indischen Kastensystems. Sie verbesserten mit dem Hausbau unter anderem ihren sozialen Status: Ein Grundbucheintrag, ein festes Haus und eine Adresse zu haben, sind Errungenschaften, die den diskriminierten Dalits gesellschaftliche Stabilität geben.

Für die Dalits, die in den Dörfern ohne Lobby und politische Repräsentanz sind, macht sich ein bewährter Partner der DESWOS, die Gruppe Rural Education and Action for Liberation (REAL), stark. Um gute bauliche und soziale Ergebnisse zu erzielen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen ihr und den begünstigten Familien. So ist es gerade beim Hausbau besonders wichtig, die Familien professionell zu unterstützen. Da alle Arbeiten durch Selbsthilfe und Eigenleistungen erbracht werden und die Hilfe zur Selbsthilfe vorsieht, dass die finanzielle Unterstützung von den Familien weitgehend rückzahlbar ist, müssen die finanziellen Lasten die notwendigen Ausgaben für Gesundheit, Ernährung, Schulbesuch der Kinder, Kleidung usw. zulassen. Erfahrungsgemäß gibt es auch nach dem Hausbau noch viele Dinge anzuschaffen, so dass eine präventive Verbraucherberatung von REAL die Menschen vor unnötigen Ausgaben schützt.

„Die Partnerorganisation REAL unterstützt die Familien dabei, die von ihr zugesagten Arbeitsleistungen zu den vereinbarten Zeiten einzuhalten. Die gemeinsame Arbeit festigt die Nachbarschaft und erleichtert das spätere Zusammenleben und sogar die weitere Planung von Entwicklungsaktivitäten. Neben dem individuellen Stolz wird dadurch gerade für die Gruppe der sogenannten ‚Unberührbaren‘ ein kollektives Selbstbewusstsein aufgebaut, der ihrem tief verwurzelten eigenen Gefühl der Fehlerhaftigkeit etwas Positives entgegen setzt“, so Thomas Hegel, Sprecher der Geschäftsführung der LEG NRW GmbH.

Die Leistungen von REAL gehen weit über die technische Betreuung der Baustellen hinaus: Für alle Aufgaben werden unter den Bewohnern kleine Komitees gegründet, welche die Arbeiten auf den Baustellen überwachen. Dadurch lernen die Dalits, sich selbst zu organisieren. Dies ist eine wichtige Lernerfahrung, da ihnen sonst generell nur schlecht bezahlte und schmutzige Arbeiten überlassen wurden. Gemeinsame Großeinkäufe von Materialien sorgen dafür, dass Rabatte gewährt werden und dass die Qualität der Baumaterialien einem angemessenen Standard entspricht. Hier bringt REAL die jahrelange Erfahrung und seinen Status als Großkunde der Großhändler ein.

 Wie geht es weiter in Marakkanam?
„Inzwischen liegt der DESWOS eine Liste von 65 weiteren Familien vor, die für das Programm in Frage kommen. Sie sind nach dem Kriterium der unmittelbaren Bedürftigkeit ausgewählt worden, denn aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation und Wohnsituation gelten sie als ‚höchst verletzlich‘. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit unserer Spende immer mehr Menschen ein besseres Leben ermöglichen und es mit unserem ‚LEG-Dorf‘ kontinuierlich voran geht“, sagt Thomas Hegel.

Mit Hilfe von Fragebögen ermitteln die Mitarbeiter von REAL, was die „höchst verletzlichen“ Familien erwarten würde, wenn es eine Überflutung, einen Wirbelsturm oder einen Lohnausfall für ein paar Wochen gäbe. Das Eintreten eines solchen Risikofalls ist bei den vorhandenen Lebensumständen oft sehr wahrscheinlich. Gerade deshalb hat die Wohn- und Einkommenssicherheit für die Familien Vorrang vor anderen Maßnahmen. Je besser die Menschen vor den Naturgewalten geschützt sind, desto eher können sie Vorräte und wichtige Güter des täglichen Bedarfs aufbewahren. Je gesünder sie leben, desto weniger Arbeitstage fallen durch Krankheit aus und schmälern das Einkommen.

Wichtig ist der vorgelebte Erfolg der ersten 55 Familien; sie stehen jetzt schon stolz vor ihren Häusern. Die engagierten Mitarbeiter von REAL merken es am Andrang der Familien. Selbst die anfangs Zögerlichen sind inzwischen überzeugt: „Was die anderen geschafft haben, das können wir auch!“


Ihr Ansprechpartner
Mischa Blum

Tel. 02 11 / 45 68-117 oder mobil unter: 01 72 / 200 27 61


Über die LEG

Die LEG ist mit mehr als 90.000 Mietwohnungen und rund 250.000 Mietern eines der führenden Immobilienunternehmen in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ist sie mit zehn Niederlassungen, 14 Kundencentern und rund 100 Mieterbüros flächendeckend und mit persönlichen Ansprechpartnern vor Ort vertreten. Mit rund 800 Mitarbeitern erzielte die LEG im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von mehr als 560 Millionen Euro.